Detailergebnis zu DOK-Nr. 82538
Querkraftwiderstand von Stahlbetonbauteilen mit kreisförmigem Querschnitt (Forschungsprojekt BGT_20_4aC_01 auf Antrag der Arbeitsgruppe Brücken, Geotechnik und Tunnel (AG BGT))
| Autoren |
D. Heinzmann A. Kenel |
|---|---|
| Sachgebiete |
9.0 Allgemeines, Prüfverfahren, Probenahme, Güteüberwachung 9.3 Zement, Beton, Trass, Kalk 0.5 Patentwesen, Normen, Regelwerke |
Zürich: Schweizerischer Verband der Straßen- und Verkehrsfachleute (VSS), 2025, 109 S., zahlr. B, T, Q, Anhänge (Bundesamt für Straßen (Bern), H. 1810)
Der Bericht behandelt den Querkraftwiderstand von Stahlbetonbauteilen mit kreisförmigem Querschnitt, welche in der Stahlbetonbauweise u. a. in Brückenstützen, Stützen im Hochbau sowie als Pfähle und Bohrpfahlwände eingesetzt werden. In den Schweizer Normen SIA 262 (2013), SIA 269/2 (2011) und auch SIA 262 (2025) sind die Nachweise der Tragsicherheit für Biegung mit Normalkraft an schlaff bewehrten Stahlbetonbauteilen mit kreisförmigem Querschnitt umfassend geregelt. Für den Querkraftwiderstand ist einzig der Hinweis enthalten, dass der Beitrag (Wirksamkeit) einer kreisförmigen Querkraftbewehrung zum Querkraftwiderstand mit 70 % desjenigen einer rechteckigen Querkraftbewehrung angenommen werden könne. Weitere Angaben z. B. des Anteils des Betons am Querkraftwiderstand bei der Überprüfung sowie der Stegabmessungen bei der Bemessung fehlen. Im Rahmen dieses Forschungsprojekts wurde eine Modellvorstellung für den Querkraftwiderstand von Stahlbetonbauteilen mit kreisförmigem Querschnitt sowohl für die Bemessung neuer als auch für die Überprüfung bestehender Tragwerke entwickelt, vereinbar mit der SIA 262 (2025) und SIA 269/2 (2011) sowie dem EC 2 (2023). Grundlage für die Modellvorstellung zum Querkraftwiderstand bildet die Querschnittsanalyse (Querschnittsbetrachtung) des Biegeverhaltens mit und ohne Normalkrafteinwirkungen am gesamten Querschnitt, für welche analytische (Näherungs-)Lösungen angegeben werden. Mit zwei Fallbeispielen (Bemessung und Überprüfung) wird die Anwendung der Modellvorstellung aufgezeigt. Die neue Modellvorstellung schließt die bestehende Lücke in den Schweizer Normen und bildet die Grundlage für künftige Normanpassungen und weiterführende Forschungsarbeiten.