Detailergebnis zu DOK-Nr. 82629
Eine internationale Umfrage zu Präferenzen hinsichtlich der Risikoverteilung bei autonomen Fahrzeugen (Orig. engl.: An international survey on risk distribution preferences for autonomous vehicles)
| Autoren |
S. Krügel M. Uhl |
|---|---|
| Sachgebiete |
6.7.3 Automatisiertes und Autonomes Fahren 6.1 Verkehrserhebungen, Verkehrsmessungen 6.3 Verkehrssicherheit (Unfälle) |
Transportation Research Part A: Policy and Practice 201 (2025) Nr. 104668, 15 S., 6 B, 5 T, zahlr. Q. - Online: https://doi.org/10.1016/j.tra.2025.104695
Jedes Manöver eines Fahrzeugs verteilt die Risiken zwischen den Verkehrsteilnehmenden neu. Während menschliche Fahrer dies intuitiv tun, ermöglichen und erfordern autonome Fahrzeuge ein bewusstes algorithmisches Risikomanagement. In einer globalen experimentellen Studie in acht Ländern mit unterschiedlichem kulturellem Hintergrund und fast 11.000 Teilnehmenden wurden die Präferenzen hinsichtlich der Risikoverteilung verglichen. Es zeigt sich, dass die Risikopräferenzen im Straßenverkehr zwischen den Kulturkreisen auffallend ähnlich sind. Die überwiegende Mehrheit der Teilnehmenden in allen Ländern zeigt Intuitionen, deren Muster von der Minimierung der Unfallwahrscheinlichkeit abweicht und stattdessen die Wahrscheinlichkeit und Schwere von Unfällen abwägt. Auf nationaler Ebene unterscheiden sich die Überlegungen zur Unfallwahrscheinlichkeit und -schwere zwischen den Ländern kaum. Die Kluft zwischen kollektiven und individuellen Interessen, wie sie sich im sozialen Dilemma autonomer Fahrzeuge in deterministischen Unfallszenarien zeigt, scheint bei der Risikobewertung alltäglicher Verkehrssituationen abgeschwächt zu sein. In keinem Land erhalten Radfahrende einen Risikobonus, der über ihre höhere Verletzlichkeit hinausgeht. Auch wenn die Studie Limitationen in Bezug auf die Auswahl der Länder und der Stichprobe hat, deuten die Ergebnisse darauf hin, dass die Neigung, die Wahrscheinlichkeit und Schwere von Unfällen abzuwägen, ein moralisches Urteil sein könnte, das kulturübergreifend verbreitet ist.