Detailergebnis zu DOK-Nr. 82566
Mineralische Ersatzbaustoffe als Gesteinskörnung für Vegetationssubstrate im Straßen- und Wegebau
| Autoren |
M. Leson |
|---|---|
| Sachgebiete |
0.8 Forschung und Entwicklung 5.7 Landschaftsgestaltung, Ökologie, UVP, Auswirkungen des Klimawandels 9.14 Ind. Nebenprodukte, Recycling-Baustoffe |
Straße und Autobahn 77 (2026) Nr. 1, S. 29-36, 6 B, 7 T, zahlr. Q
Vegetationssubstrate auf Basis von Gesteinskörnungen werden vielfältig im Straßen- und Wegebau zur Begrünung von Verkehrsflächen eingesetzt. Dabei leisten insbesondere Straßenbäume und begrünbare Flächenbefestigungen, wie z. B. Pkw-Stellflächen mit Schotterrasen, einen wichtigen Beitrag zur Abmilderung städtischer Wärmeinseln, insbesondere durch kühlende Verdunstungsprozesse und Verschattung. In drei Forschungsprojekten wird seit 2018 die Eignung industrieller Ersatzbaustoffe als Gesteinskörnung für Vegetationssubstrate untersucht. In einem ersten Projekt wurden zwei Hochofenstückschlacken (HOS) mit unterschiedlichen bodenchemischen Eigenschaften (pH-Wert, Salzgehalt) für den Einsatz in Baumsubstraten geprüft. Mit diesen Schlacken wurden Baumsubstrate entwickelt und in einem Freilandversuch mit einem Referenzsubstrat auf Basis von Lava verglichen. Weiden wurden als Versuchspflanzen genutzt, da ihr schnelles Wachstum in kurzer Zeit aussagekräftige Ergebnisse ermöglicht. Die Ergebnisse zeigen, dass HOS grundsätzlich als Substratkomponente geeignet ist, sofern die bodenchemischen Eigenschaften den Pflanzenbedürfnissen angepasst werden. Besonders salzarme HOS-Varianten erzielten vergleichbare oder bessere Vitalitätswerte als das Referenzsubstrat mit Lava, während salzreichere HOS-Varianten ungünstigere Ergebnisse lieferten. Für salzreichere Schlacken wird daher eine gezielte Vorbehandlung empfohlen. Im Folgeprojekt werden derzeit vertiefende Untersuchungen mit weiteren Eisenhüttenschlacken und weiteren Baumarten durchgeführt. In einem weiteren Forschungsvorhaben wurde die Eignung von HOS und Kupolofenschlacken (GKOS) als Substratkomponente für begrünbare Flächenbefestigungen in der Bauweise eines Schotterrasens getestet. Schotterrasen dienen beispielsweise zur Begrünung von Parkplätzen und Zufahrten. Die Vegetationssubstrate auf Basis eines Gerüstkorns aus HOS zeigen hier besonders gute technische Eigenschaften bei geringerer Begrünung, während die Flächen mit Vegetationssubstraten aus GKOS stärker begrünt sind, jedoch eine etwas geringere Tragfähigkeit aufweisen.