Detailergebnis zu DOK-Nr. 82608
Die Lücke im Radverkehr schließen: Untersuchung der Auswirkungen des Wachstums des Fahrradverleihnetzes in Montreal auf die Gleichberechtigung (Orig. engl.: Closing the cycling gap: Examining equity implications of montreal’s bikesharing network growth)
| Autoren |
P. Bligh D. Wachsmuth M. Bélanger De Bois K. Manaugh |
|---|---|
| Sachgebiete |
5.5 Radverkehr, Radwege 6.1 Verkehrserhebungen, Verkehrsmessungen 6.2 Verkehrsberechnungen, Verkehrsmodelle |
Transportation Research Record (TRR): Journal of the Transportation Research Board Vol. 2678, H. 10, 2024, S. 302-314, 5 B, 2 T, zahlr. Q. - Online unter: https://journals.sagepub.com/home/trr
Derzeit gibt es weltweit über 1.900 Fahrradverleihsysteme, was die Attraktivität von Fahrradverleihsystemen als Mobilitätsoption unterstreicht. Viele Städte weltweit haben in den letzten Jahren stationäre Fahrradverleihsysteme eingeführt, um eine Vielzahl gesellschaftlicher Ziele zu erreichen, darunter die Reduzierung von Treibhausgasemissionen und Staus sowie die Verbesserung der Lebensqualität und Gesundheit in den Städten. Diese Systeme bieten den Kunden oft die Möglichkeit, Jahres-, Monats-, Saison- und Tageskarten zu erwerben oder für eine einzelne Fahrt zu bezahlen. Das weltweite Wachstum von Fahrradverleihsystemen zeigt ihre große Beliebtheit und ihren Erfolg. Das 2009 eingeführte Fahrradverleihsystem BIXI in Montreal in Kanada ist heute eines der größten der Welt und hat sich seit der Übernahme durch die Stadt Montreal im Jahr 2014 drastisch erweitert. Das System verfügt nun über mehr als 750 Stationen, gegenüber 459 im Jahr 2014. In diesem Beitrag der McGill University in Montreal (Provinz Quebec) wird die Expansion von BIXI unter dem Gesichtspunkt der Gerechtigkeit analysiert und aufgezeigt, wie Faktoren wie ethnische Zugehörigkeit und Einkommen das Wachstum erklären können. Zunächst wurden Gebiete mit hohem Bedarf an Gerechtigkeit kartiert, in die BIXI plausibel hätte expandieren können, sowie diejenigen, in die BIXI tatsächlich expandiert ist. Anschließend wurde ein logistisches Regressionsmodell erstellt, wobei die Verbreitungsgebiete, die neuen Zugang zu BIXI erhielten, als abhängige Variable und Einkommen, ethnische Zugehörigkeit, Anzahl der Fahrten in der Nähe, Bevölkerungszahl und Anzahl der Bushaltestellen als unabhängige erklärende Variablen dienten und die Entfernung zu bestehenden Stationen kontrolliert wurde. Die Regressionsergebnisse zeigten, dass ethnische Zugehörigkeit und Einkommen statistisch signifikant für die Erklärung der Expansion von BIXI waren, mit einem allgemeinen Trend, dass BIXI in einkommensschwächere Stadtteile und Stadtteile mit einem höheren Anteil an sichtbaren Minderheiten, wie von „Statistics Canada“ definiert, expandierte. Schließlich wurden die gleichen erklärenden Variablen in Gebieten verglichen, die Zugang zu BIXI-Stationen erhalten hatten, mit denen in Gebieten, die keinen Zugang hatten, aber plausibel hätten haben können, um die sozioökonomischen Unterschiede in Gebieten aufzuzeigen, die neuen Zugang zu diesem Service erhielten.