Detailergebnis zu DOK-Nr. 82611
Untersuchung ethnischer und einkommensbezogener Ungleichheiten im Zusammenhang mit nächtlichen Unfällen mit Fußverkehr (Orig. engl.: Investigating racial and poverty-level disparities associated with pedestrian nighttime crashes)
| Autoren |
S.I. Mwende V. Kwigizile J.-S. Oh R. van Houten |
|---|---|
| Sachgebiete |
5.6 Fußgängerverkehr, Fußwege, Fußgängerüberwege 6.3 Verkehrssicherheit (Unfälle) 6.1 Verkehrserhebungen, Verkehrsmessungen 1.4 Statistik (Straßen, Kfz, Unfälle) |
Transportation Research Record (TRR): Journal of the Transportation Research Board Vol. 2678, H. 10, 2024, S. 383-392, 4 B, 4 T, zahlr. Q. - Online unter: https://journals.sagepub.com/home/trr
In den Vereinigten Staaten von Amerika ist in letzter Zeit ein starker Anstieg der tödlichen Unfälle mit Fußgängerinnen und Fußgängern bei Nacht zu verzeichnen. Im Bundesstaat Michigan ereigneten sich in einem Zeitraum von elf Jahren (2011–2021) 76 % aller tödlichen Unfälle mit Fußverkehr bei Nacht. Im Rahmen der nationalen Strategie „Toward Zero Death“ ermöglicht die Ermittlung von Ungleichheiten aufgrund von Bevölkerungsmerkmalen bei nächtlichen Fußverkehrsunfällen eine bessere Zuweisung von Ressourcen an die überrepräsentierten Bevölkerungsgruppen und die Umsetzung gezielter Gegenmaßnahmen zur Verbesserung der Sicherheit aller. Diese Studie zielte daher darauf ab, die mit nächtlichen Fußverkehrsunfällen in Michigan verbundenen Ungleichheiten in Bezug auf ethnische Zugehörigkeit und Armutsstatus zu untersuchen. Verkehrsunfälle mit Fußgängerinnen und Fußgängern in der Nacht von 2011 bis 2021 wurden auf Ebene der Zählbezirke aggregiert. Demografische, sozioökonomische und bauliche Daten wurden auf Ebene der Zählbezirke berücksichtigt. Mit Hilfe des negativen Binomialmodells wurde untersucht, ob die ethnische Zusammensetzung und der wirtschaftliche Status der Zählbezirke in einem signifikanten Zusammenhang mit der Zunahme von Verkehrsunfällen im Fußverkehr in der Nacht stehen. Die Ergebnisse zeigen, dass in Zählbezirken, in denen die Mehrheit der Bevölkerung „people of colour“ sind, die Zahl der nächtlichen Unfälle mit Fußverkehr um 20 % höher ist. Darüber hinaus ist in armen Bezirken die Zahl der nächtlichen Unfälle mit Fußverkehr um 40 % höher. Es zeigte sich, dass Unfälle, die von der Polizei als „dunkel und unbeleuchtet” registriert wurden, sich stärker auf arme Zählbezirke konzentrieren. Außerdem konzentrierten sich Unfälle bei Dunkelheit und ohne Beleuchtung stärker auf Zählbezirke, in denen die Mehrheit der Einwohner sich als schwarz identifiziert, als auf Zählbezirke, in denen die Mehrheit der Einwohner sich als weiß identifiziert. Um die Sichtbarkeit von Fußgängerinnen und Fußgängern bei Nacht zu verbessern, wird die Verwendung von LED-Beleuchtung empfohlen.