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Detailergebnis zu DOK-Nr. 82559

Walk+Ride – Paradigmenwechsel in Hamburg: Fußverkehr und ÖPNV als System

Autoren S. Elfferding
Sachgebiete 0.2 Verkehrspolitik, Verkehrswirtschaft
5.3.4 Öffentlicher Personennahverkehr
5.6 Fußgängerverkehr, Fußwege, Fußgängerüberwege

Planerin (2025) Nr. 6, S. 42-43, 5 Q

Fußverkehrsplanung ist in Deutschland erst in den letzten Jahren stärker in den Fokus gerückt und steckt noch immer in den Kinderschuhen. Dies liegt unter anderem daran, dass Fußverkehr aufgrund fehlender Daten oft nicht sichtbar ist. Im Modal Split erscheint er nur als alleiniges Verkehrsmittel, wenn kein weiteres Verkehrsmittel genutzt wurde. Dabei beginnt und endet jeder Weg zu Fuß: zum Bus, zur Bahn, zum Auto und zum Fahrrad. Die Studie Mobilität in Deutschland (MiD) 2023 belegt dennoch eine Renaissance des Fußverkehrs in Deutschland. In Hamburg werden 31 % aller Wege in der Stadt ausschließlich zu Fuß zurückgelegt. Nimmt man den ÖPNV – in dem rund 90 % der Fahrten ausschließlich mit Wegen zu Fuß kombiniert werden – mit hinzu, ist es schon über die Hälfte aller Wege. Der strategische Ansatz Walk+Ride der Behörde für Verkehr und Mobilitätswende (BVM) in Hamburg soll Fußver­kehr und ÖPNV nicht nur kommunikativ besser verknüpfen, sondern auch Grundlage für ein Ausbauprogramm entwickeln, um beide Verkehrsmodi weiterzuentwickeln und zu stärken. So werden Haltestellen gleichzeitig zu Keimzellen eines organisch wachsenden Fußverkehrsnetzes, das von den Haltestellen in den Siedlungsraum wächst.