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Detailergebnis zu DOK-Nr. 82593

Verkehrsplanung für das einundzwanzigste Jahrhundert: Anforderungen und Ansätze für den Personenverkehr

Autoren M. Arnz
T. Grube
Sachgebiete 5.0 Allgemeines (Verkehrsplanung, Raumordnung)

Internationales Verkehrswesen 77 (2025) Nr. 4, S. 38-41, 2 B, zahlr. Q

Um den Herausforderungen des einundzwanzigsten Jahrhunderts zu begegnen, müssen Mobilitätsplanung und -modellierung ökologische Grenzen und soziale Gerechtigkeit berücksichtigen. Diese Dimensionen werden bei den derzeit vorherrschenden, wachstumsabhängigen Methoden der Verkehrsmodellierung nicht ausreichend einbezogen. Dagegen können bedürfnisorientierte Methoden sowohl ökologische Nachhaltigkeit als auch soziale Gerechtigkeit beachten. Einzelne Forschungsprojekte haben derartige Methoden bereits angewandt, es gibt jedoch noch kein übergeordnetes Instrument, was die Verkehrsplanung an den Ansprüchen des einundzwanzigsten Jahrhunderts ausrichtet. Der Personenverkehr ist der Sektor mit den größten Ungleichheiten zwischen Einkommensklassen. Sowohl im globalen Vergleich, als auch im Vergleich innerhalb von Ländern zeigt die Verteilung von Mobilitätsgütern (Autobesitz, Kraftstoffverbrauch, Flughäufigkeit, etc.) – und die damit einhergehenden Treibhausgasemissionen – die größte Einkommensabhängigkeit aller Konsumsektoren. Gleichzeitig emittieren westliche Länder wie Deutschland weit mehr Treibhausgase, als die planetaren Grenzen erlauben. Wie konnte es dazu kommen? Diese beiden zentralen Probleme – Klimawandel und soziale Ungleichheit – konnten bisher von den in Nordamerika und Europa vorherrschenden Methoden nicht gelöst werden. Das liegt daran, dass diese Methoden aus einer Zeit mit grundsätzlich andersartigen Herausforderungen stammen. In den 1960er- und 1970er-Jahren erlebte das Konzept der individuellen Nutzenmaximierung (INM) seinen Durchbruch in den USA. Es war eine geeignete Methode, die Verkehrsinfrastruktur auf die rapide steigende Nachfrage nach individueller Mobilität auszulegen.