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Detailergebnis zu DOK-Nr. 82751

Instandsetzung versus Neubau: Umgang mit geschädigten Tragwerken – Die Hafenbrücke Niehl in Köln

Autoren U. Heiland
L. Hannebrook
F. Moldenhauer
G. Herbrand
M. Schernter
Sachgebiete 15.2 Stahlbrücken

Brückenbau 17 (2025) Nr. 5, S. 6-12, 15 B, 3 Q

Das Auftreten von lokalen Schäden an Brückentragwerken, erzeugt durch Entwurfs- oder Wartungsdefizite oder mechanische Einwirkungen, kann die Tragfähigkeit einer Struktur massiv beeinflussen. Dies wird offensichtlich, wenn Elemente wie Fahrbahnteile, Hänger, Bogenabschnitte oder Pfeilerbereiche robust verformt oder gar kollabiert sind. Für den Fall, dass die ungeschädigte Reststruktur trotz des lokalen Ausfalls bzw. der lokalen lmperfektion durch Kräfteumlagerungen ihre Gesamttragwirkung nach wie vor aufweist, ist die Frage zu beantworten, inwieweit ein Umbau des Tragwerks, ein Ersatz der vom lokalen Ausfall betroffenen Elemente, überhaupt möglich ist. Dem folgt die Auseinandersetzung mit den Sachverhalten „technischer sowie organisatorischer Aufwand“ und „Kosten“. Gerade vor dem Hintergrund, „graue Energie“ zu erhalten, besteht die Notwendigkeit, mit intelligenten technischen Lösungen ein maximales Engagement einzubringen, um Bestandstragwerke weiter zu nutzen. Der vermeintlich einfache Weg, einen Ersatzneubau zu propagieren und zu planen, sollte die absolute Ausnahme bleiben – und dies auch, wenn vermeintliche Vorteile wie Erhöhung von Tragfähigkeiten, Eigenschaftserweiterungen, gegebenenfalls erweiterte Restnutzungsdauern und anderes in die Argumentation eingebracht werden. Im Artikel wird der Lösungsweg für die Instandsetzung einer durch einen Schiffsanprall massiv geschädigten Bogenbrücke geschildert und versucht, allgemeine Schlussfolgerungen zu ziehen.