Detailergebnis zu DOK-Nr. 82525
Fehlende typische Wochentage in Reiseerhebungen: Ein Pseudo-Panel-Ansatz zur Untersuchung wöchentlicher Reisemuster (Orig. engl.: Missing typical weekdays in travel surveys: A pseudo-panel approach to explore weekly travel patterns)
| Autoren |
R.H. Bhuiyan M.A. Habib |
|---|---|
| Sachgebiete |
6.1 Verkehrserhebungen, Verkehrsmessungen |
Transportation Research Record (TRR): Journal of the Transportation Research Board Vol. 2678, H. 9, 2024, S. 481-494, 6 B, 6 T, zahlr. Q. - Online unter: https://journals.sagepub.com/home/trr
Reisebefragungen beruhen im Allgemeinen auf eintägigen Reisetagebüchern, in denen die Befragten ihre Reiseinformationen für einen typischen Wochentag angeben. Allerdings repräsentiert das Konzept eines typischen Wochentages nicht die aktuelle Realität, da das Reiseverhalten in der Zeit nach der Pandemie weitgehend verändert wurde. Zudem fehlt den auf der Analyse von eintägigen Reisetagebüchern basierenden Schlussfolgerungen die Fähigkeit, tägliche Schwankungen im Reiseverhalten zu erfassen. Als Reaktion auf diese Bedenken schlägt diese Forschung einen Rahmen vor, um eintägige Reisetagebücher mithilfe eines Pseudo-Panel-Ansatzes in Längsschnittreisedaten über mehrere Tage zu erweitern. Unter Nutzung der erstellten Längsschnittdaten wurde untersucht, welche Faktoren die tägliche Teilnahme der Menschen an Arbeits- und Schulaktivitäten, routinemäßigen und Freizeitaktivitäten beeinflussen. Dazu wurden Fixed-Effect- und Random-Effect-Paneldatenmodelle verwendet. Die Ergebnisse zeigten, dass die Teilnahme an Aktivitäten weitgehend auf Fahrzeugbesitz, Einkommen, Bildung, Fahrerlaubnis und Haushaltsstruktur zurückzuführen ist. Deutliche tägliche Trends wurden bei Arbeits- und Schulaktivitäten sowie Freizeitaktivitäten beobachtet. Es wurde ein negativer Zusammenhang zwischen dem Besitz einer Fahrkarte für den öffentlichen Nahverkehr und der Teilnahme an Aktivitäten festgestellt, was auf soziale Ausgrenzung von Nutzenden öffentlicher Verkehrsmittel hinweist. Darüber hinaus zeigte sich, dass Personen im Homeoffice relativ stärker in Freizeitaktivitäten eingebunden sind. Bewohnerinnen und Bewohner von Vororten legen längere Wege zurück, um an Aktivitäten teilzunehmen, im Vergleich zur Bevölkerung der Stadt. Der vorgeschlagene Forschungsrahmen kann zukünftige Aspekte von aktivitätsbasierten Modellen unterstützen, wie zum Beispiel die Teilnahme an Aktivitäten, Zeitplanung, Wahl des Verkehrsmittels, gemeinschaftliches Reisen und Modellauswahl von Zielen, wobei insbesondere die Barriere des „typischen Wochentags“ adressiert wird.