Detailergebnis zu DOK-Nr. 82610
Ein neues Modell zur Abschätzung des Einflusses von Fußverkehr auf die Kapazität von Kreisverkehren (Orig. engl.: New model for estimating the influence of pedestrians on the entry capacity of roundabouts)
| Autoren |
J. Schmitz N. Wu J. Geistefeldt |
|---|---|
| Sachgebiete |
5.6 Fußgängerverkehr, Fußwege, Fußgängerüberwege 5.11 Knotenpunkte 5.15 Verkehrsablauf (Verkehrsfluss, Leistungsfähigkeit, Bemessung) |
Transportation Research Record (TRR): Journal of the Transportation Research Board Vol. 2678, H. 10, 2024, S. 575-590, 14 B, 1 T, zahlr. Q. - Online unter: https://journals.sagepub.com/home/trr
Die Kapazität von Kreisverkehrseinfahrten und -ausfahrten kann durch querende Fußgängerinnen und Fußgänger erheblich beeinflusst werden. Um diesen Effekt zu analysieren, wurde eine umfangreiche mikroskopische Simulation durchgeführt, die mit empirischen Erkenntnissen aus Feldmessungen an fünf einstreifigen Kreisverkehren in Deutschland kalibriert wurde. Die Ergebnisse der Ruhruniversität Bochum zeigten, dass die im U.S. Highway Capacity Manual und im Deutschen Straßenkapazitätshandbuch HBS (Handbuch für die Bemessung von Straßenverkehrsanlagen) verwendeten Anpassungsfaktoren für die Einfahrkapazität die durch querenden Fußverkehr verursachte Kapazitätsreduzierung nicht ausreichend berücksichtigen. Die Ergebnisse bestätigten weder die konvexe Form der Anpassungsfaktor-Funktionen noch das gesamte Ausmaß der Kapazitätsreduzierung. Daher wurde unter Verwendung der Gap-Acceptance-Theorie (Annahme von Zeitlücken) ein neues Modell abgeleitet. Das neue Modell schätzte die Kapazitätsreduzierung durch querenden Fußverkehr genau. Das Modell verwendete die Einfahrtskapazitätsfunktion als Eingabeparameter und ist daher für jeden Kreisverkehrstyp anwendbar. Darüber hinaus wurden lokale Randbedingungen wie die Blockierungszeit einer einzelnen Person, die Gruppierung von zu Fuß Gehenden und das Ausweichverhalten als individuelle Eingabeparameter berücksichtigt und konnten bei Bedarf durch Feldmessungen modifiziert werden. Für alle Parameter wurden angemessene Standardwerte vorgegeben. Das neue Modell wurde so entwickelt, dass es direkt in bestehende Verfahren zur Bewertung der Verkehrsqualität integriert werden kann, um geeignete Faktoren für die Anpassung der Eingangskapazität zu ermitteln. Darüber hinaus könnte das Modell erweitert werden, um gleichzeitig querende Fahrräder zu berücksichtigen, und es eignet sich auch zur Berechnung des Einflusses auf die Ausfahrtkapazität.