Detailergebnis zu DOK-Nr. 82620
Aufdeckung der Heterogenität im Online-Einkaufs- und Fahrtverhalten durch Latent-Class-Modellierung (Orig. engl.: Unraveling heterogeneity in online shopping and travel behavior through latent class modeling)
| Autoren |
I. Titiloye M.A. Adib Sarker X. Jin |
|---|---|
| Sachgebiete |
6.1 Verkehrserhebungen, Verkehrsmessungen 6.2 Verkehrsberechnungen, Verkehrsmodelle |
Transportation Research Record (TRR): Journal of the Transportation Research Board Vol. 2678, H. 10, 2024, S. 747-770, 7 B, 7 T, zahlr. Q. - Online unter: https://journals.sagepub.com/home/trr
Während in der vorhandenen Literatur die Auswirkungen des Online-Shoppings auf das Fahrtverhalten bereits ausführlich untersucht wurden, gibt es nur wenige Studien, die eine Segmentierungsanalyse durchgeführt haben, um versteckte Verhaltensheterogenität aufzudecken. Die im November und Dezember 2021 von 1.747 Käuferinnen und Käufern in Florida gesammelten Daten wurden mithilfe einer Latent-Class-Analyse (LCA) mit Kovariaten analysiert. Soziodemografische und wohnortbezogene Merkmale, COVID-19-Einflüsse, Einstellungen und Wahrnehmungen kanalspezifischer Faktoren dienten als aktive und inaktive Kovariaten zur Vorhersage der Klassenzugehörigkeit. Als „Kaufende auf zwei Kanälen“ werden Verbraucherinnen und Verbraucher bezeichnet, die für ihre Einkäufe regelmäßig zwei verschiedene Vertriebskanäle kombinieren. Meist handelt es sich dabei um die Nutzung von stationärem Handel (offline) und Online-Shopping (online). Das Modell identifizierte sechs Klassen von Kaufenden, wobei Personen, die beide Kanäle nutzen und kurze Wege zurücklegen, die größte Klasse (28,4 %) und ausschließliche Online-Shopper die kleinste Klasse (6,2 %) darstellten. „Dual-Channel-Shopaholics“, die überproportional häufig in den Generationen Z und Y, unter „People of Colour“ und Arbeitnehmenden vertreten sind, wiesen über alle Produkttypen hinweg eine hohe durchschnittliche monatliche Fahrleistung und ein starkes Potenzial für ergänzendes Einkaufsverhalten auf. Umgekehrt zeigten exklusive Online-Kaufende, die überproportional häufig in der „stillen Generation“ vertreten sind, allein leben, kein Fahrzeug besitzen und keinen Spaß am Einkaufen haben, ein potenzielles Ersatzkaufverhalten. Im Allgemeinen wiesen Single-Channel-Kaufende bei allen Produkttypen geringere monatliche Ausgaben auf als ihre Dual-Channel-Kolleginnen und -Kolleginnen. Diese Erkenntnisse tragen zu einem tieferen Verständnis des Einkaufsverhaltens bei und bieten Einblicke für eine genauere Quantifizierung des Nettoverkehrs und der Umweltauswirkungen des E-Commerce. Darüber hinaus liefern sie wertvolle Überlegungen für die Gestaltung segmentbezogener Richtlinien, die darauf abzielen, komplementäres Einkaufsverhalten zu minimieren und substituierendes Einkaufsverhalten zu maximieren.